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Der erste Versuch der Neuzeit, einen "Roboter" zu
entwerfen, begegnete mir in der Biographie Leonardo da Vincis.
Im Spannungsfeld zwischen
(mechanischem) Erfindungsdrang und künstlerischer Begabung existieren
mehrere Zeichnungen (im Codex Huygens) eines mechanischen
Soldaten mit Rüstung.
Es gibt Zeugnisse, dass er zu Anlass des Krönungszuges des
französischen Königs 1515 einen mechanischen Löwen konstruierte.
Diese Annahme erscheint mir plausibel zu sein, nicht nur im Hinblick
auf andere mechanische Pläne Leonardos, sein lebenslanges Interese für
Anatomie und seine auf Unterhaltung abzielenden Aktivitäten wie
die legendäre Gestaltung des "Balles der Planeten" in Mailand. Leonardo
muss sich auch intensivst mit der Gestalt des Löwens beschäftigt haben:
die Darstellung eines Löwens im "Heiligen
Hieronymus" gilt als die erste realistische Darstellung
eines Löwens überhaupt.
Die ersten "Roboter", die im Kontext der Untersuchung auf
diesen Seiten interessant sind, wurden bereits im 18./19. Jahrhundert
konstruiert. Berühmte Mechaniker dieser Zeit erfanden Automaten, die (vermeintlich) so komplexe menschliche Tätigkeiten
wie das Schachspielen, Tanzen oder sogar Sprechen
beherrschten.
Die wissenschaftliche Seite dieses Erfindungsdrangs verkörpert
Charles
Babbage, der eine mechanische Rechenmaschine erfand, die sogenannte
Differenzmaschine. Viele halten Babbage im Übrigen für den Urvater
des Computers.Wenn auch diese Maschine auf den ersten Blick nichts mit
einem "Androiden" zu tun hat, so war sie trotzdem ein Versuch, eine
menschliche Fähigkeit auf eine Maschine zu übertragen.
Der Franzose Henri
Maillardet sowie der Schweizer Pierre
Jaquet-Droz, die beide Mitte des 18. Jahrhunderts schreibende Puppen
konstruierte, sind Beispiele für den unterhalsamen, unterhaltungsorientierten
Aspekt. Außerdem gab es mehrere Versuche, künstliche Cembalospieler(innen) zu
konstruieren.
Ein weiteres Beispiel dafür, wie man versuchte, "Leben"
mechanisch zu simulieren ist die mechanische Ente von Jacques
de Vaucanson. Wie man auf dem Bild sieht (klicken Sie es einfach um
es zu vergrößern), schenkte Vaucanson besonders dem Verdauungsapparat
besondere Aufmerksamkeit...
Im deutschsprachigen Raum wurde besonders die Konstruktion
des Baron von
Kempelen berühmt. Dabei handelte es sich um einen frühen "Schachcomputer"
- eine lebensgroße Figur, die hinter einem Tisch saß, in dem
sich der Großteil der Mechanik befand. Die Figur wurde in mehreren
europäischen und amerikanischen Städten öffentlich vorgeführt.
Edgar Allen Poe, der sich sicher war, dass der Automat eine Fälschung
sei und von einem Lilliputaner innerhalb der Figur bedient wurde,
beschreibt in seinem Essay Maelzel's
Chess Player eine solche Vorführung.
Die Modeerscheinung der sprechenden und schachspielenden
Maschinen muss auch E. T. A. Hoffmann fasziniert haben. In zwei seiner
Erzählungen wird dieses Motiv verarbeitet.
Im Sandmann taucht dieses Motiv in der Figur der Olimpia
auf.
Die Erzählung Die Automate befasst sich in noch
stärkerem Maße mit dem Phänomen des künstlichen Menschen.

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