Die ersten Roboter
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Der erste Versuch der Neuzeit, einen "Roboter" zu entwerfen, begegnete mir in der Biographie Leonardo da Vincis. Leonardos Studien zu mechanischen Soldaten Im Spannungsfeld zwischen (mechanischem) Erfindungsdrang und künstlerischer Begabung existieren mehrere Zeichnungen (im Codex Huygens) eines mechanischen Soldaten mit Rüstung.

Es gibt Zeugnisse, dass er zu Anlass des Krönungszuges des französischen Königs 1515 einen mechanischen Löwen konstruierte.

Diese Annahme erscheint mir plausibel zu sein, nicht nur im Hinblick auf andere mechanische Pläne Leonardos, sein lebenslanges Interese für Anatomie und seine auf Unterhaltung abzielenden Aktivitäten wie die legendäre Gestaltung des "Balles der Planeten" in Mailand. Leonardo muss sich auch intensivst mit der Gestalt des Löwens beschäftigt haben: die Darstellung eines Löwens im "Heiligen Hieronymus" gilt als die erste realistische Darstellung eines Löwens überhaupt.

Die ersten "Roboter", die im Kontext der Untersuchung auf diesen Seiten interessant sind, wurden bereits im 18./19. Jahrhundert konstruiert. Berühmte Mechaniker dieser Zeit erfanden Automaten, die Babbages Differenzmaschine (um 1830)(vermeintlich) so komplexe menschliche Tätigkeiten wie das Schachspielen, Tanzen oder sogar Sprechen beherrschten.

 

Die wissenschaftliche Seite dieses Erfindungsdrangs verkörpert Charles Babbage, der eine mechanische Rechenmaschine erfand, die sogenannte Differenzmaschine. Viele halten Babbage im Übrigen für den Urvater des Computers.Wenn auch diese Maschine auf den ersten Blick nichts mit einem "Androiden" zu tun hat, so war  sie trotzdem ein Versuch, eine menschliche Fähigkeit auf eine Maschine zu übertragen.Maillardets schreibende Puppe, ca. 1815

 

Der Franzose Henri Maillardet sowie der Schweizer Pierre Jaquet-Droz, die beide Mitte des 18. Jahrhunderts schreibende Puppen konstruierte, sind  Beispiele für den unterhalsamen, unterhaltungsorientierten Aspekt.  Außerdem gab es mehrere Versuche, künstliche Cembalospieler(innen) Die mechanische Ente von Jacques de Vaucansonzu konstruieren.

 

Ein weiteres Beispiel dafür, wie man versuchte, "Leben" mechanisch zu simulieren ist die mechanische Ente von Jacques de Vaucanson. Wie man auf dem Bild sieht (klicken Sie es einfach um es zu vergrößern), schenkte Vaucanson besonders dem Verdauungsapparat besondere Aufmerksamkeit...

 


 
 
 

Im deutschsprachigen Raum wurde besonders die Konstruktion des Baron von Kempelen berühmt. Dabei handelte es sich um einen frühen Poes Zeichnung des Schachautomaten (1836)"Schachcomputer" - eine lebensgroße Figur, die hinter einem Tisch saß, in dem sich der Großteil der Mechanik befand. Die Figur wurde in mehreren europäischen und amerikanischen Städten öffentlich vorgeführt. Edgar Allen Poe, der sich sicher war, dass der Automat eine Fälschung sei und von einem Lilliputaner innerhalb der Figur bedient wurde,  beschreibt in seinem Essay Maelzel's Chess Player eine solche Vorführung.

 

Die Modeerscheinung der sprechenden und schachspielenden Maschinen muss auch E. T. A. Hoffmann fasziniert haben. In zwei seiner Erzählungen wird dieses Motiv verarbeitet.

Im Sandmann taucht dieses Motiv in der Figur der Olimpia auf.

Die Erzählung Die Automate befasst sich in noch stärkerem Maße mit dem Phänomen des künstlichen Menschen.

 


 



Eine zeitgenössische Gravur des Maelzelschen Schachautomaten